10. Der neue Job

Ich fing am 01.04.2014 den neuen Job an. ENDLICH!!

Probezeit war ein halbes Jahr. Ich erkläre jetzt nicht in allen Einzelheiten, was ein Sales-Manager im Innendienst

zu tun hat. Das kann man googeln und ich denke, dass das in vielen Marketing- und Werbefirmen identisch ist.


Nur soviel: In den ersten 2 Monaten musste ich erstmal Adressen in meinen Gebieten, die mir zugeteilt wurden,

akquirieren. Also diverse Firmen anrufen und nachfragen, ob sie Interesse an den Produkten meiner Firma haben

und diesen dann die dafür vorgesehen Unterlagen schicken mit dem Zusatz, dass ich mich nach einiger Zeit

nochmals bei Ihnen melden werde, um dann gezielt nachzufragen.


Mir wurde in diesem Unternehmen NIE eine Produktschulung zuteil. Wenn ich nach bestimmten Dingen fragte und

nachhakte, bekam ich keine Antwort bzw. war die Antwort "keine Zeit" - und das von dem verantwortlichen

Abteilungsleiter. Auch hatte ich Abschlüsse. Nur wenn ein Großunternehmen Interesse zeigte, musste ich dieses an

den Abteilungsleiter abgeben. Der Kommentar war dann, dass ich das noch nicht könne. Auf meinen Einwand hin,

dass mir das ja erklärt werden könnte kam dann wieder die Antwort "keine Zeit".

Von einer Kollegin wurde mir zwischenzeitlich - selbstverständlich unter vorgehaltener Hand gesagt - dass ich

mehr Geld bekäme als üblich, da ja vom Jobcenter ein Teil davon bezahlt wird. Wenn das stimmen sollte, ist meine

Meinung, dass sich diese Firma wohl dem Jobcenter gegenüber nicht blamieren wollte.


Nach 3 Monaten kam mir der Verdacht, dass ich in dieser Firma nur eingestellt wurde, um Adressen zu akquirieren

und das ich wohl die Probezeit nicht überstehen würde. Denn es wurde von Woche zu Woche schlimmer, trotz

Abschlüsse. Es kam wie es kommen musste bzw. wie es mir mein Baugefühlt schon Wochen vorher sagte.

2 Wochen vor Ende derProbezeit bekam ich die Kündigung. Innerhalb von 2 Minuten wurde mein Rechner

gesperrt, ich konnte meine Arbeit nicht mehr beenden. Ich kam mir vor wie eine Verbrecherin.

Der Verdacht liegt sehr nahe, dass ich nur wegen des Zuschusses von diesem Unternehmen eingestellt wurde. Dies

teilte ich dem Jobcenter mit. Die Antwort war, dass müsse man sehen, wird weitergeleitet und wird geprüft. Mir

wurde aber auch gesagt, dass das Jobcenter besagte Firma "behalten möchte". Nach 4 Wochen bekam ich dann

doch noch einen Anruf eines Jobcenter-Mitarbeiters. Ihm musste ich nochmals genau den Fall schildern und er

meinte, dass es ihm auch komisch vorkommt, dass genau zum Ende der Probezeit gekündigt wurde. Er wolle sich

mit diesem Arbeitgeber in Verbindung setzen. Auch äußerte ich meinen Unmut darüber, dass diesen Unternehmen

nichts passiert, aber den Hartz -IV Empfängern bei jeder Kleinigkeit mit Sanktionen gedroht wird. Daraufhin

bekam ich keine Antwort, man würde sich wieder bei mir melden. Ich glaube nicht, dass sich hier was tut. Es geht

mir darum, dass das Unternehmen die gezahlten Zuschüsse zurückzahlen MUSS. Wie ich jetzt im Nachhinein

erfahren haben, scheint das ja Gang und Gäbe zu sein, dass Mitarbeiter nach einem halben Jahr (nach der

Probezeit) entlassen werden. Das Schlimme ist, dass die Verantwortlichen, die die Regierung in diesem Land bilden, hier auch noch mitspielen.

Es wird wieder so sein: Die Kleinen hängt man auf, die Großen lässt man laufen......